Krieger sind, laut Barlow’s Definition, die Typen deren Hauptaufgabe es ist sich vor einen "Boss"* zu stellen und dem so lange und ausdauernd auf den Sack zu gehen bis dass der wiederum seinerseits nichts anderes mehr machen kann als dem Krieger mit wachsender Begeisterung auf die Fresse zu hauen.** Okay, hier besteht Erklärungsbedarf: Der Krieger von dem Barlow dort redet ist die Klasse „Krieger“ in World of Warcraft. Doch ganz so unrecht hat Barlow nicht, zumindest dann nicht, wenn man die ältere Kriegergeneration betrachtet. Damals, hoch zu Ross mit den Zügeln in der linken Hand sind haufenweise Krieger mit Schwertern losgezogen um den Feind zu besiegen, egal wie überlegen er war. Allerdings wurde das Pferd heute durch einen unbequemen Bürostuhl und das Schwert durch Tastatur und Maus ersetzt. Ihr wisst wovon ich rede? Richtig: LAN-Partys.
Es gibt das böse Vorurteil, dass LAN-Partys immer gleich ablaufen: Treffen um 18 Uhr, aufbauen bis 19 Uhr, 2 Flaschen Bier pro Person weg. Nachdem alles aufgebaut ist wird das Netzwerk eingerichtet, 2 von 6 kommen nicht rein, dann wird bis 22 Uhr vergeblich versucht die anderen Beiden ins Netz zu holen, 6 Flaschen Bier pro Person weg. Nach dem Versuch entscheiden sich die anderen Beiden lieber irgendeinen Scheiß im Internet zu machen oder Spiele im Single-Player-Modus zu spielen, die verbliebenen 4 stellen fest, dass zwei die Spiele noch nicht installiert haben, 8 Flaschen Bier pro Person weg. Also werden bis 23:30 die Spiele installiert und mindestens einer erfüllt nicht die Mindestanforderungen für das Spiel. Da warens nur noch drei und bereits 10 Flaschen Bier pro Person. Im nächsten Schritt zocken die drei dann als Team das eben installierte Spiel bis circa 2 Uhr (oder der Erste kein Bock mehr hat). Die anderen beiden haben daraufhin auch keine Lust mehr, 12 Flaschen Bier. Nachdem keiner mehr wirklich Lust hat werden noch die neuesten, um es Kindgerecht auszudrücken, Ü18-Videoclips ausgetauscht, 15 Flaschen Bier. Und am nächsten Tag erzählen alle zu Hause wie absolut geil doch die LAN war.
Dieses Vorurteil ist, natürlich, absoluter Quatsch, oder? Nun, auf manche LANs mag es vielleicht zutreffen, aber nicht auf alle. Die, wie ich sie gerne nenne, kompetenten LAN Partys laufen so ab: Aufbauen, Netzwerkhost einrichten, Clients anschließen, Spieleimages vom Host übers Netzwerk ziehen und Installieren. Sollte einer die Anforderungen nicht erfüllen fällt das Spiel raus und man spielt eins mit weniger Anforderungen. Sobald das alles geschafft ist gibt’s das erste Bier (und/oder Zigarette).
Aber ich schweife vollkommen vom Thema ab. Also, während der Spiels kommt es natürlich auf das richtige Equipment an. Dazu gehören Tastatur und Maus genauso wie das InGame-Equipment (Schutzanzüge, Zauberstäbe, je nach dem was man spielt).
Der moderne Krieger haut also auf seine Knöpfe und knallt in der Gegend rum. Warum auch nicht? Ist ja alles Virtuell. Wenn es eine richtige LAN ist, spielt man auch gegeneinander. Der Krieger stellt sich also, wie Barlow schon sagte, vor einen überlegenen Gegner und versucht ihn zu töten. Dafür hat der Krieger in vielen Spielen auch ein mannigfaltiges Repertoire an Werkzeugen. Das einzige Problem an der Sache ist allerdings das mit der Kontrolle, oder anders ausgedrückt: Antimaterie wäre sicherlich auch eine total töfte Energiequelle, würde sie einen nicht bei unsachgemäßer Benutzung schon in kleinsten Mengen zusammen mit sämtlicher Biomasse im Umkreis von 100km ins nächstbeste Paralleluniversum befördern. Aber zum Glück gibt es dazu ja spezielle Gamer-Tastaturen, vorzugsweise von der Firma Logitech. Diese Tastaturen haben dann 6-18 sogenannte G-Knöpfe und können mit Makros*** belegt werden. InGame gestaltet sich das dann allerdings ein wenig schwieriger. Da die Tasten nicht mit „Wähle die nächste nicht beschäftigte Einheit aus“ sondern eher mit z.B. „G15“ benannt sind, wird es ein wenig schwierig sich zu merken wo welches Makro liegt, schon gar, dass bei sämtlichen Gaming Tastaturen (von Logitech) jede G-Taste 3 fach belegt werden kann, als extremes Beispiel nenne ich mal die (alte Version) der Tastatur mit dem Namen G15, meine^^: 18 G-Knöpfe mit 3 verschiedenen Einstellungen sind 18*3=54 verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Also entweder schreibt man es sich auf, schaut vor jeder Aktion im MakroManager nach oder versucht einfach es sich zu merken.
Ich persönlich beneide ja die Menschen, die das können. Ich für meinen Teil bin schon mit 18 Einstellungen überfordert: „Wo war denn jetzt noch der Knopf für diese Attacke, ich glaube G11 wars“ ZRÖMS, Geistheiler****.
Jaja, moderne Krieger haben es schon schwerer als die damaligen. Damals hies es: „Kämpfe für dein Land um Ehre und Ruhm zu erlangen“ und heute „Merke dir 54 verschiedene Knopfbelegungen während du auf Adrenalinschub bist, ne Zigarette in der linken Hand hast und dein Bier verschalt“.
Viele Leute würden, sobald dieser Moment auf der LAN eingetreten ist, das Spiel beenden und sich dem Bier widmen, aber es gibt einige, die alles zusammen hinbekommen, sogar ohne verschaltes Bier. Daher also: Respekt vor den modernen Kriegern.
In diesem Sinne euer,
Christian
*=überlegenen Gegner/Gegnerischer Truppenführer
**Suche bei Youtube: 'Barlow: Krieger'
***Tastenkürzel für bestimmte Aktionen im Spiel
****Ein Geist der in World of Warcraft über dem Friedhof schwebt, sobald man InGame gestorben ist.
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