"Ashlyn, komm mal her!", rief ihre Mutter aus der Küche. Ash stand von ihrem Bett auf und ging durch die seltsam quietschende Tür, die Treppe an ihren ganzen Familienfotos hinunter, in die Küche hinein. "Telefon für dich. Es ist Großmutter." Ash ging ans Telefon und brachte nur ein verschlafenes "Allo" heraus. "Ashlyn Kind", sagte ihre Großmutter, "mir geht es nicht so gut. Kannst du mir nicht etwas zu Essen und Tee bringen? Du weißt ja ich lebe am anderen Ende des Waldes und die Stadt ist viel zu weit weg. Ich könnte dort niemals alleine hinkommen." "Aber Gramma" maulte Ash. "Keine Widerrede", schimpfte ihre Mutter,"sie tut sonst auch alles für dich!" "Dann bis Später", setzte Gramma nach, "Aber sei vorsichtig." Sie legte den Hörer weg. "Es ist halb 12. Du kannst es noch schaffen, aber du must dich beeilen. Und übernachte besser auch bei Großmutter und bleib nie stehen, sei leise und gehe nicht ins Licht, aber du kennst ja die Regeln, die ich dir dein ganzes Leben lang beigebracht habe. Ich will nämlich nicht, dass dir das selbe passiert wie deine Schwester.",sie fing an zu schluchzen. "Nein Mom, ich kenne ja die Regeln. Du hast mich schließlich nie rausgelassen, bevor ich sie nicht aufgezählt habe." Sie sah aus dem Fenster. Draußen war ein düsterer Nebel, der die Dunkelheit verschluckte. Die Bäume des Waldes waren kaum noch zu erkennen. Ihre Mutter war viel zu übervorsichtig, da sie ja sonst auch nicht im Dunkeln rausgeht. In der Nacht kommen in ihrem Wald die schlimmsten Monster herraus. Erst wenn die Sonne aufgeht verkriechen sie sich wieder. Um ihr Haus machen sie einen großen Bogen. Warum, weiß sie nicht. Sie zog ihre Jacke an und nahm den Korb in ihre Hände, wo die Sachen für Gramma drin waren. Sie verabschiedete sich und eilig schloss sie die Tür. Eine Eule war zu hören, aber sonst war es ruhig. Sie schaute nach oben. Es war Vollmond. Nicht das das von Bedeutung wäre, denn die Monster die hier waren kamen jede Nacht raus und würden jeden Töten. Eilig stapfte sie durch den weichen Waldboden. Man konnte kaum etwas sehen. Hinter ihr ertönte ein rascheln. Sie drehte sich um, und sah ins Leere. Sie machte größere Schritte, aber ihre plötzlich aufkommende Angst verhinderte dies und sie fing an zu zittern. "Die Monster kommen doch erst später raus, oder nicht?" Den Wald kannte sie in und auswendig. Nur die verbotene Seite betrat sie nie. Dort waren nämlich die Höhlen. Die einzige die sie begegnen würde war in der Nähe der verlassenen Kirche und da musste sie besonders leise sein. Sie kannte zwar die Regel, dass sie nicht stehen bleiben durfte, aber irgendwas trieb sie dazu. Irgendwas war hier anders. War sie etwa vom Weg abgekommen? Der kalte Schweiß lief ihre Stirn hinunter. "Nein das darf nicht sein." Vor lauter zittern ließ sie den Korb los. Er fiel hinunter und verschüttete den Inhalt. "Oh nein, das können die doch riechen!" Sie wollte sich gerade bücken, als ihr Herz stehen blieb. Das schlimmste Geräusch der Welt ertönte hinter ihr und ließ ihren Athem gefrieren, die Kirchenglocken. Es war Mitternacht.
Das ist voll gemein!
mit einem offenem ende...