Man kann
vieles aufgeben. Beziehungen, die mit der Zeit langsam zerbrochen sind
und sich nicht mehr aufrecht erhalten lassen. Man kann Süßigkeiten
aufgeben, seine Ernährung umstellen und so weiter. Aufgeben heißt
verzichten. Verzichten heißt loslassen. Und Aufgeben tut erst weh, wenn
man auf die Dinge verzichtet, die das Leben bisher ausgemacht haben.
Wenn man Menschen loslassen muss, die man liebt. Wenn man Hobbies
loslassen muss, die zum Alltag geworden sind. Aber am schlimmsten ist
es, wenn man sich selbst aufgegeben hat.
Wenn die Leute um einen herum plötzlich
keine Hauptdarsteller mehr in deinem Film sind, sondern nur noch
unwichtige Statisten. Wenn das letzte, was du hören willst, irgendwas
von den Fußballergebnissen der ersten Bundesliga ist, weil dir dein
Hobby plötzlich scheissegal ist. Wenn dir egal ist, was einmal aus dir
wird und du dir nicht mal mehr sicher bist, dass überhaupt noch was aus
dir wird. Weil’s dir egal ist, ob du morgen von einem Eiswagen
überfahren wirst oder die Treppe herunterfällst und dir das Genick
brichst.
Wenn du dich geschlagen gibst und dich
für jeden deiner Fehler entschuldigst und dir im selben Moment der
Streit mit deinen Freunden doch egal ist. Wenn du den Schwanz einziehst,
kapitulierst, und die Leute um dich herum einfach machen lässt. Dann tut’s weh. Vielleicht nicht dir
selbst. Nein, mit Sicherheit nicht dir selbst, aber den Menschen um dich
herum. Weil sie dich garantiert noch nicht aufgegeben haben. Also
solltest du das Handtuch wieder aufheben, die Flinte aus dem Korn nehmen
und den Leuten zeigen, was du kannst.