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Immer wieder passieren Dinge, die besser nicht passieren sollten. Vielleicht könnten wir es verhindern, aber oft sind wir zu bequem uns mit solchen Dingen auseinanderzusetzen/überfordert, weil die Fachbücher überquellen von verklausulierten Informationen. Dieser Text versucht eine bedrohliche Bewegung in einfachen Worten verständlich zu machen, ob er das erfüllt, könnt ihr im Folgenden selbst herausfinden.

Neonazis ziehen ungestört durch eine Stadt. Menschen werden verprügelt, weil sie nicht dem Bild entsprechen, das in den Köpfen einiger Menschen wabert wie ein Geschwür. Sie haben andere „Wurzeln“, als eben diese Menschen, eine andere Hautfarbe, ein anderes Weltbild, eine andere sexuelle Identität o.ä. Neonazis erklären Stadtteile zur „national befreiten Zone" und bestimmen mit Gewalt und Drohgebärden, wer sich dort (nicht!) bewegen darf.
Sofort schießt das Bild des Glatzkopfes mit Springerstiefeln, Bierbauch und Bomberjacke in den Kopf. Doch was wissen wir eigentlich darüber und was müssen wir wissen, um die Probleme beheben zu können?

Die „Springerstiefelnazis", die „Glatzköpfe", oder „Dumpfbacken" sind meist in Kameradschaften organisiert und bilden nur noch eine kleine von vielen Strömungen in der neonazistischen Szene. Sie wirken heute in Westdeutschland mehr wie ein aus dem Osten herübergewandertes, verstaubtes Phänomen, das aus der Vergangenheit entflohen ist. Doch was gibt es noch für rechte Strömungen und wie sind sie zu erkennen? Was können wir gegen sie tun? Wie die so oft beschworene Zivilcourage anwenden?

Da sind Die „Autonomen Nationalisten" (AN): Das Bild eines schwarzen Blocks, der randalierend, drohend und „frei sozial national" grölend im jugendlichen „Eifer“ durch eine Stadt zieht, rein optisch schwer zu unterscheiden von den GegendemonstrantInnen (akkustisch doch sehr), gewinnt mehr und mehr die Oberhand auf der Straße. Gewalt wird hier offen als legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele betrachtet. Stärke und Macht zeigen, ist ein Ziel. Parteipolitik? Nein danke! Radikal, am vermeintlichen Rand der Gesellschaft, dort fühlt sich diese Sorte Neonazis am wohlsten - und überzeugt gerade Jugendliche, die sonst in der Gesellschaft keinen Anschluss finden, mit Hassparolen gegen Polizei und AusländerInnen, und dem Gefühl in der Gruppe stark zu sein. Sie hören oft ganz normale Musik. Und sagen ständig „Ich bin ja kein Nazi, aber..." Das macht sie schwer durch Verbote zu greifen.

Dann ist da die "NPD": Sie greift immer wieder die selben Themen auf: Wiedereinführung der D-Mark, Abschiebungsgesetze verschärfen, kriminelle Ausländer raus, Antisemitismus... Sie distanziert sich offiziell von den gewaltverherrlichenden Attitüden autonomer Nationalisten und möchte sie oft nicht auf ihren Veranstaltungen dabei haben. Es geht hierbei auch darum, keine WählerInnen zu vergraulen.
Die Jugendorganisation der Partei, die "JN" (Junge Nationalisten), zelebriert sich jedoch auf Demos selbst - und das nicht zu friedlich.

Als parteipolitische Strömung gilt auch die „Pro-Bewegung". Pro-Parteien („Pro Köln“ ist die erste dieser Art) setzen sich vor allem gegen den Islam und den Bau von Moscheen ein und versuchen mit der Angst vor dem fremden Islam in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung zu spielen und so Mitglieder zu gewinnen.

Ein beliebtes Thema ist auch immer „Todesstrafe für Kinderschänder“. Kindesmissbrauch findet niemand gut und so gewinnen Neonazis die Bevölkerung für sich. Dabei geht es nicht um Kindesschutz, sondern um den Erhalt der völkischen Rasse – statt Betreuung und Unterstützung für Betroffene fordern Neonazis Gewaltexzesse. Für diese einfache Weltsicht bekommen sie durch das Thema „Kinderschänder“ viele Menschen mit sich auf die Straße, denen dort die menschenverachtende Ideologie egal zu sein scheint.

Die rechte Szene ist gespalten und genau das macht sie angreifbar, aber auch schwer zu fassen. Wer nicht aufpasst, kann schnell, versehentlich auf einer Kundgebung stehen, die von Neonazis veranstaltet wird und ihre menschenverachtende Propaganda unterstützen.
Um eine Sensibilität für Rassismus Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und Antisemitismus zu erlangen und Neonazis ihre Stärke zu entziehen, liegt es an uns allen für eine bunte, vielfältige Gesellschaft einzustehen, die alle Menschen respektiert und Verhalten, das anderen schadet, ächtet. Dazu gehört nicht nur Aktionen zu unterstützen, die für kulturellen Austausch stehen und Neonazis den Boden entziehen wollen, sondern auch sich selbst streng zu kontrollieren und sich eigene Vorurteile bewusst zumachen, die eigenen Privilegien (wie weiß sein) zu hinterfragen, um sie beseitigen zu können. Nur wenn wir alle bereit sind an uns selbst, im Sinne der Gesellschaft, zu arbeiten und das auch auf der Straße zeigen, können wir weiter von einer Gesellschaft träumen, in der alle Menschen ohne Angst miteinander leben können.
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  • 18.02.2012 um 11:46 Uhr
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Scenario ist ein Angebot aus dem Medienhaus Bauer