Terra Nova - Jurassic Park geht in Serie
Flankiert von schwer bewaffneten Soldaten wandert die Siedlergruppe durch den Dschungel. Plötzlich bebt die Erde, ausgelöst durch das Stampfen eines gigantischen Dinosauriers. So beginnt das Leben der Familie Shannon auf der Erde von 85 Millionen Jahren, in der neuen Serie von Steven Spielberg, Brannon Braga und René Echevarria.Dabei bedienen sich die drei freizügig an ihren eigenen vorherigen Produktionen, um eine neue Serie zu hervorzubringen, die in den USA bereits große Erfolge verbuchen konnte. Die Dinosaurier Special Effects sowie die Fahrzeuge scheinen 1:1 aus Spielbergs "Jurassic Park" zu stammen. In die Uhrzeit reisen die Darsteller durch ein Portal, dessen Ereignishorizont wie das "Stargate" aussieht. Die Charaktere und Handlungen der Folgen kommen Fans von Brannon Bragas ganzen "Star Trek" Produktionen oder René Echevarrias "Star Trek: Deep Space Nine" sicherlich bekannt vor. So betreibt der Barkeeper der "Terra Nova" Taverne heimlich Schwarzmarkthandel und wird dafür ständig vom Sheriff verdächtigt. Oder die Handlung einer Folge dreht sich darum, dass alle "Terra Nova" Anwohner von einem Gedächtnislöschendem Virus befallen wird. Ausnahme ist einzig und allein einer mit Schnupfen, wodurch der geniale Doktor ein Gegenmittel für den Virus produzieren kann.
Greift der Pilotfilm noch reichhaltig auf Special Effects für das Zukunft-Szenario des 22. Jahrhunderts zurück, verschwinden die Dinosaurier im Laufe der Folgen immer mehr und werden schlichtweg durch Menschen ersetzt. Denn eine der Pilgergruppen, die nach und nach durch das Portal kommen, entwickelt sich zur Gegnerfraktion, welche den Anführer von "Terra Nova" stürzen wollen. Nicht nur auf diese Weise halten die Produzenten die Kosten in Maßen. Schon in "Falling Skies" bewies Steven Spielberg, dass man selbst Science Fiction Serien günstig halten kann, in dem man die großen Schlachten weg lässt und stattdessen mehr auf die sozialen Probleme ein geht. Ähnlich wie er die Serie vor ein paar Monaten schlichtweg nach der Besetzung ansiedelte, werden jetzt Produktionsprobleme in "Terra Nova" gelöst. So wird die Handlung meistens aus der Perspektive des Sheriff Jim Shannon gezeigt, welcher in der großen Schlacht um die "Terra Nova", von der ersten Bombe erfasst wird und drei Tage später (nach Ende der Kämpfe) wieder zu sich kommt.
Die Drehbuchschreiber und Produzenten vergreifen sich aber nicht nur an ihren eigenen Werken, sondern ziehen bewusst auch parallelen zu anderen erfolgreichen Formaten. So fühlt man sich nicht nur durch den Dschungel und Sand ständig an Lost erinnert, sondern um Spannung auf eventuelle zukünftige Ereignisse zu lenken, finden die Siedler mysteriöserweise auch Dinge aus einer anderen Zeit, die Gallionsfigur eine Schiffes aus dem 18. Jahrhundert.
Trotz der unzähligen Kopien scheinen die Produzenten und Drehbuchschreiber immer noch logische Fehler einzubauen. So funktioniert das Portal ausschließlich in eine Richtung: die Vergangenheit. Kommunikation und Übertragungen großer Datenmengen, wie z.B. einer Holografischen Übertragung, sind aber problemlos möglich. Sowas bezieht sich nicht nur auf die Grundgeschichte, sondern auch die Handlung der einzelnen Folgen. So wird Beispielsweise eines Tages in die Krankenstation eingebrochen. Statt die Einbruchstelle nach Fingerabdrücken zu untersuchen, oder einen der hochmodernen DNA Scanner, der gleichen Folge, zu verwenden, greift der Sheriff auf die gute alte Verhörmethode zurück. Wer sich an derartigen Fehlern nicht stört, kann ab dem 27.02. viel Spaß auf Pro7 haben.
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- 23.02.2012 um 10:25 Uhr