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Die Teeprinzessin - Hilke Rosenboom
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Für manche ist Tee gleich Tee. Aber nicht für Betty Henningson. Die Protagonistin aus dem Buch „Die Teeprinzessin“ von Hilke Rosenboom wurde mit einem ausgeprägten Geruchssinn gesegnet und wirbelt damit den Norden Deutschlands in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf.
Zunächst lernt man sie als verwöhnte 14 Jährige Tochter eines Silberschmiedes kennen, die ausser hübschen Kleidern und Blödsinn nicht viel im Kopf hat. Doch eines Tages trägt sie indirekt Schuld an dem Brand im Teelager der Familie ihres Jugendfreundes Anton und wird dann als Hausmädchen nach Hamburg geschickt. Die Stadt stellt sich als schrecklicher Ort für sie heraus, der sie vor Belästigungen der Männerwelt nicht zu schützen vermag und schon so manche ungewollte Schwangerschaft hervorgebracht hat. Der Zufall gibt ihr die Chance dem Leben als Magd zu entkommen, indem sie sich als Anton verkleidet auf den Weg nach Asien macht, um dort Tee einzukaufen. Auf ihrer Suche nach der perfekten Teemischung und nebenbei der großen Liebe, stellen sich ihr einige Hindernisse in den Weg, die aber zu keinem Zeitpunkt wirklich Sorge beim Leser hervorrufen würden, denn Gott sei Dank gibt es ja den edlen Ritter John, der sich nach einem einzigen, zufälligen Treffen mit Betty unsterblich in sie verliebt hatte und sie von da an zu verfolgen scheint.
Wie das in kitschigen Romanen zum guten Ton gehört kriegen sich die beiden aber natürlich nicht sofort und dumme Missverständnisse und überzogene Reaktionen führen zu einer ewigen Katz und Maus Jagd über die Meere der Welt und die verschiedenen Kontinente.

Auf den gut 440 Seiten kommt kaum Spannung auf und die Protagonistin geht dem Leser mit ihrer Naivität und Besessenheit von ihrem Tee, der ihr wichtiger ist, als Menschenleben, auf die Nerven.
Auch die Tatsache, dass in jeder Notsituation ganz zufällig jemand auftaucht, der Betty unbedingt helfen möchte scheint furchtbar unrealistisch. Aber wer Realität will, soll Zeitung lesen.
Das Buch stellt keine geistige Herausforderung da, ist jedoch als Wochenendschmöker und wenn man sonst nichts besseres zu lesen hat, durchaus empfehlenswert. Denn neben den realitätsfernen Charakteren, hat das Buch noch schöne Beschreibungen der damaligen Situationen zu bieten. Opiumkriege, Teehandel und die Fauna des asiatischen Kontinents werten die Geschichte aufjedenfall auf.

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  • 28.01.2012 um 11:01 Uhr
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